Liebe im Herzen zu haben und auf der Zunge – das genügt nicht. Sie muss in Taten übergehen.

Vinzenz von Paul

Der Ordensgründer Vinzenz von Paul

Die Vinzenz Therme ist zusammen mit der Vinzenz Klinik eine Einrichtung der Barmherzigen Schwestern. Um die Weltanschauung der Vinzentinerinnen zu verstehen, muss man bis ins 17. Jahrhundert zurückgehen – in die Zeit des Ordensgründers Vinzenz von Paul (1581–1660).

Damals stürzten Kriege, Seuchen und Hungersnöte viele Menschen ins Elend. Ein organisiertes und stützendes Sozialwesen gab es nicht. Getreu seines Leitspruchs „Liebe sei Tat“ suchte der französische Priester Vinzenz von Paul nach neuen Antworten auf die Not seiner Zeit.

So rief er eine Lotterie zugunsten von Findelkindern ins Leben und richtete Volksküchen ein. 1633 gründete er eine karitative Schwesterngemeinschaft, genannt die „Töchter der Nächstenliebe“. Diese wirkten bald über die Grenzen Frankreichs hinaus; in Deutschland nannten sie sich „Barmherzige Schwestern“ oder nach ihrem Ordensgründer auch „Vinzentinerinnen“.

Vinzenz von Paul ist der Ordensgründer der Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern in Untermarchtal. Die überlebensgroßeSkulptur wurde aus Muschelkalk gefertigt, der aus einem Steinbruch in der Nähe Bad Ditzenbachs stammt.
Der Strahlenkranz über dem Kopf steht für die Ausstrahlung des Priesters. Die Hand zum Herzen symbolisiert sein „Geben“, die geöffnete Hand unten seine Weltoffenheit.
Die Vinzenz-Figur entwächst geradezu dem Stein und betont dadurch seine Beschaffenheit und Ästhetik. Muschelkalk ist auch das Gestein, aus dem die Quelle des Thermalbads entspringt.
Vinzenz von Paul
Die Skulptur wurde von Martin Burkhardt (rechts stehend) geschaffen, einem Meisterschüler des österreichischen Bildhauers Alfred Hrdlicka. Das auf einem Betonsockel ruhende Werk entstand 2001.

Vinzenz von Paul, Skulptur aus Kalkstein vor der Vinzenz Therme (6 Bilder)

Eine religiöse Frauengemeinschaft, die nicht hinter Klostermauern lebte, das war für die damalige Zeit ein Novum. Die Schwestern sollten unter den Bedürftigen sein und dort helfen, wo die Not am größten war. „Als Kloster habt ihr die Krankenhäuser ... als Kreuzgang die Straßen der Stadt", so lehrte Vinzenz von Paul. Fürsorge und Seelsorge waren für den Begründer der neuzeitlichen Caritas eng verbunden: „Unser Leben wäre keine wirkliche Hilfe am Nächsten, wollten wir nur Brot und Medizin verschenken".